Wenn Außendämmung aus verschiedenen Gründen, wie etwa bei denkmalgeschützten Fassaden oder Reihenhäusern, nicht möglich ist, ist die Verwendung von Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten oft erforderlich. Es gilt als diffusionsoffen und feuchtigkeitsregulierend, was es ideal für die Sanierung von Bestandsgebäuden macht. Kalziumsilikatplatten zur innendämmung sind mineralische Dämmplatten, die man direkt auf die Innenwand klebt. Innendämmungen, die kapillaraktiv sind, werden oft durch Systeme wie SkamoWall realisiert, da sie dafür speziell entwickelt wurden.
Materialaufbau und technische Eigenschaften
Kalziumsilikatplatten bestehen überwiegend aus Kalk, Sand und Zellulosefasern. Sie sind nicht brennbar, formstabil und weisen eine hohe Alkalität auf, was das Wachstum von Schimmel erschweren kann. Ein wichtiger technischer Begriff ist die Kapillaraktivität – damit ist die Fähigkeit gemeint, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.
Typische Einsatzbereiche der Innendämmung
Die Anwendung erfolgt meist bei Altbausanierungen, wenn die Fassade optisch unverändert bleiben soll. Auch bei punktuellen Problemen wie kalten Außenwänden oder Schimmelbildung hinter Möbeln kann eine kapillaraktive Innendämmung sinnvoll sein. Systeme wie SkamoWall kombinieren Dämmplatten, Kleber und passende Spachtelmassen, um ein abgestimmtes Gesamtsystem zu bilden.
Kurz erklärt:
Der Begriff Innendämmung bezeichnet jede Dämmmaßnahme auf der Raumseite der Außenwand. Sie verändert das Feuchte- und Temperaturverhalten stärker als eine Außendämmung und erfordert daher sorgfältige Planung.
Neben Wohnräumen werden Kalziumsilikatplatten auch in Kellern oder historischen Gebäuden eingesetzt, sofern die Untergründe tragfähig und ausreichend trocken sind.
Planung und bauphysikalische Aspekte
Eine der wichtigsten Fragen bei der kalziumsilikatplatten innendämmung betrifft das Taupunktverhalten. Der Taupunkt beschreibt die Temperatur, bei der Wasserdampf zu Kondenswasser wird. Da sich dieser Punkt bei einer Innendämmung nach innen verschiebt, muss das System Feuchtigkeit aktiv regulieren können.
Planer achten daher auf:
- Diffusionsoffene Kleber und Putze
- möglichst vollflächige Verklebung ohne Hohlräume
- geeignete Oberflächenbeschichtungen, etwa mineralische Farben
Fachbegriff:
Eine Wärmebrücke ist ein Bereich mit erhöhter Wärmeleitung, zum Beispiel an Fensterlaibungen oder Deckenanschlüssen. Diese Bereiche benötigen oft zusätzliche Detailplanung.
Verarbeitungsschritte in der Praxis
Die Montage beginnt mit einer gründlichen Untergrundprüfung. Lose Altputze oder salzbelastete Schichten müssen entfernt werden, da sie die Haftung beeinträchtigen können. Anschließend werden die Platten meist mit mineralischem Kleber vollflächig angesetzt und ausgerichtet.
Nach dem Verkleben folgen Armierungsschicht und mineralischer Oberputz. Bei Systemen wie SkamoWall sind die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt, wodurch typische Fehler bei der Kombination verschiedener Materialien reduziert werden können.
Hinweis aus der Praxis:
Dampfdichte Tapeten oder Latexfarben sind ungeeignet, da sie die Diffusionsfähigkeit der Konstruktion einschränken.
Vorteile und Grenzen der Kalziumsilikat-Innendämmung
Zu den Vorteilen zählen die gute Feuchteregulierung, die Schimmelprävention und die relativ schlanke Aufbauhöhe. Außerdem lassen sich viele Arbeiten ohne Eingriff in die Fassade durchführen. Allerdings ist die Dämmwirkung pro Zentimeter geringer als bei manchen Schaumdämmstoffen, weshalb die energetische Verbesserung begrenzt sein kann.
Die Entscheidung für eine Innendämmung sollte immer auf einer bauphysikalischen Bewertung basieren. Besonders bei älteren Gebäuden empfiehlt sich eine Planung durch Fachleute, um Feuchteschäden langfristig zu vermeiden.